http://www.atheisten-info.at/infos/info0397.htmlZurzeit gibt es Unruhen in Ägypten, besonders junge Menschen rebellieren gegen das herrschende Mubarak-Regime. Mubarak ist - um die eigene Macht zu erhalten - auch ein Gegner des politischen Islamismus. Wie Saddam Hussein. Letzterer wurde von den USA gestürzt, seither ist im Irak der religiöse Teufel los, der Zustand schlimmer als vorher. Wenn es sein sollte, dass in Tunesien und in Ägypten sich Menschen gegen die Diktatur gewehrt haben, die der heutigen Welt zugewandt sind, dann können wir diese Entwicklung begrüßen.
Wenn es allerdings den Muslimbrüder aus dem Hintergrund gelingt, als Repräsentanten einer mittelalterlichen Ideologie in der Folge die Ernte der Unzufriedenheit einzufahren, dann wird nichts besser werden. Dann hat der politische Islamismus seine Position ausgebaut. Noch können wir hoffen, dass die Revolutionen säkular ausgerichtet sind. Das wäre ein Fortschritt für die ganze Welt. Wenn der extremistische politische Islam seine Herrschaftsgebiete ausbauen kann, dann wird auch das säkulare Europa eine furchtbare Niederlage erlitten haben. Dann waren es keine Revolutionen, sondern islamfaschistische Machtergreifungen.
http://www.atheistische-religionsgesellschaft.at/Konzept
Derzeit findet ein interessanter gesellschaftlicher Wandel dessen, was und wie „religiös geglaubt“ wird, statt. Als eine Gruppe von Atheistinnen und Atheisten beteiligen wir uns am religiösen Diskurs, setzen uns für eine volle Gleichberechtigung ein und wollen ganz konkret erreichen, dass unser religiöses Bekenntnis (siehe § 2 der Statuten, „Darstellung der Religionslehre“) auch als ein solches staatlich anerkannt wird. Daher haben wir uns entschlossen, eine staatlich eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaft (entsprechend dem „Bundesgesetz über die Rechtspersönlichkeit von religiösen Bekenntnisgemeinschaften“, BGBl. I Nr. 19/1998) mit dem Namen „Atheistische Religionsgesellschaft in Österreich“ zu gründen. Derzeit hat unsere religiöse Bekenntnisgemeinschaft den geplanten Status beziehungsweise die Rechtspersönlichkeit einer staatlich eingetragenen religiösen Bekenntnisgemeinschaft noch nicht erworben.
Kurz gefasst glauben wir, dass nicht Göttinnen beziehungsweise Götter beziehungsweise Gottheiten uns Menschen geschaffen/gemacht haben, sondern dass jeweils Menschen ihre/die Göttinnen beziehungsweise Götter beziehungsweise Gottheiten (und ihre Geschichten und so weiter) geschaffen/gemacht haben beziehungsweise schaffen/machen, sodass alle diese Göttinnen beziehungsweise Götter beziehungsweise Gottheiten (und ihre Geschichten und so weiter) letztlich immer nur als jeweils von Menschen geschaffene/gemachte Göttinnen beziehungsweise Götter beziehungsweise Gottheiten (und ihre Geschichten und so weiter) existieren.
Beim Atheismus unserer Religionsgesellschaft handelt es sich unserer Ansicht nach jedenfalls um ein religiöses Bekenntnis. Denn in den Statuten beziehen wir uns in § 2 („Darstellung der Religionslehre“) ganz ausdrücklich auf unsere religiöse Selbstbestimmung und bekennen uns als „Atheistinnen“ und „Atheisten“. Wer sich in der üblicherweise als „religiös“ akzeptierten Frage „Existieren Gottheiten?“ zu einer von mehreren möglichen Antworten „bekennt“ und dieses Bekenntnis selbst als ein „religiöses Bekenntnis“ auffasst, die/der hat damit wohl eindeutig auch ein „religiöses Bekenntnis“ ausgedrückt.
Wir beteiligen uns damit aktiv am religiösen Diskurs und an der gesellschaftlichen Aushandlung dessen, was in Österreich heutzutage als „religiös“ beziehungsweise als „Religion“ wahrgenommen und angenommen wird. Das Eintragungsverfahren beim Kultusamt bietet uns hoffentlich bald die Gelegenheit zur amtlichen Klärung der Frage, ob es sich bei unserer „Religionslehre“ auch tatsächlich um ein eigenständiges „religiöses Bekenntnis“ handelt. Mit unserer Initiative wollen wir ganz gezielt neue Räume der kulturellen Partizipation eröffnen, unterstützen die Sichtbarmachung eines gesellschaftlichen Wandlungsprozesses und laden alle ein, über die derzeitige Sonderstellung und Privilegierung von Religionsgemeinschaften nachzudenken. Wir brauchen (mindestens) 300 Mitglieder, um die Anerkennung auch mit Aussicht auf Erfolg beim Kultusamt beantragen zu können. Derzeit befinden wir uns mit bereits mehr als 60 im guten zweistelligen Bereich dieser 300. Wir freuen uns über jedes weitere Mitglied. Jede und jeder ist herzlich willkommen!