Michael Gleich über Papst und Sozialdemokratie
Quelle : Facebook
Michael Gleich schreef:
Wenn Sozialdemokraten, sozial und demokratisch denken "und" handeln, wenn Christdemokraten im Sinne dessen, was der Papst anmerkte christlich handeln würden, dann wäre der Koalitionsvertrag schon Asche bevor er abgenickt werden könnte, denn in der derzeitigen Form ist der Koalitionsvertrag eine "egoistische, klassenhygienische" Massenverkasperung.
Wenn man das was der Papst schreiben ließ, glauben könnte und es ernst gemeint wäre, so müssten jetzt tatsächliche Veränderungen folgen, diese aber sind mit so einem Wischiwaschi Massenverkasperungskoalitionsvertrag nicht in eine faire Richtung möglich. Denn der Koalitionsvertrag beendet nicht die derzeitigen gesellschaftlichen Fehlentwicklungen. Lesen wir mal was der Papst lt. HZ veröffentlichte und was auch ich für tragfähig halte, egal was man über Kirche oder alte Männer denken mag, das ist durchaus treffend:
"Ebenso wie das Gebot «du sollst nicht töten» eine deutliche Grenze setzt, um den Wert des menschlichen Lebens zu sichern, müssen wir heute ein «Nein zu einer Wirtschaft der Ausschliessung und der Disparität der Einkommen» sagen. Diese Wirtschaft tötet. Es ist unglaublich, dass es kein Aufsehen erregt, wenn ein alter Mann, der gezwungen ist, auf der Strasse zu leben, erfriert, während eine Baisse um zwei Punkte in der Börse Schlagzeilen macht. Das ist Ausschliessung. Es ist nicht mehr zu tolerieren, dass Nahrungsmittel weggeworfen werden, während es Menschen gibt, die Hunger leiden. Das ist soziale Ungleichheit. Heute spielt sich alles nach den Kriterien der Konkurrenzfähigkeit und nach dem Gesetz des Stärkeren ab, wo der Mächtigere den Schwächeren zunichte macht. Als Folge dieser Situation sehen sich grosse Massen der Bevölkerung ausgeschlossen und an den Rand gedrängt: ohne Arbeit, ohne Aussichten, ohne Ausweg. Der Mensch an sich wird wie ein Konsumgut betrachtet, das man gebrauchen und dann wegwerfen kann. Wir haben die «Wegwerfkultur» eingeführt, die sogar gefördert wird. Es geht nicht mehr einfach um das Phänomen der Ausbeutung und der Unterdrückung, sondern um etwas Neues: Mit der Ausschliessung ist die Zugehörigkeit zu der Gesellschaft, in der man lebt, an ihrer Wurzel getroffen, denn durch sie befindet man sich nicht in der Unterschicht, am Rande oder gehört zu den Machtlosen, sondern man steht draussen. Die Ausgeschlossenen sind nicht «Ausgebeutete», sondern Müll."
http://www.handelszeitung.ch/politik/pa ... mus-531980